Verletzliche Haut

Minu Ghedina, aus Österreich nach Berlin reisend, in Berlin schaffend, lernend, am Niederrhein nicht nur überlebend, sondern Heimat findend, doch wieder zurück nach Österreich und am Ende immer wieder zu sich selbst, in sich selbst einkehrend.
Die zarte, harte Haut mit reichem Süden im Herzen, empfindsam und verletzlich bei Berührung von aussen.
Fünf Jahre bei Alfred Hrdlicka, dem König über den Stein, wurde Minu auch eine Stein-Schaffende. Aber mit der Zeit rieben ihre Hände sich wund an der Masse, zu fest war der Körper, den ihre lebendigen Hände zu formen wünschten, suchten nach einem anderen, fühlbareren Material, einem, das ihr Antwort gab und Widerspruch, einem Material, das sich ihren Händen annäherte. Das Papier. Es vereinten sich Beton und Papier in ihren Arbeiten, denn vom Steine her kommend konnte sie ihn nicht ganz lassen.
In den Bergen tauchen andere Fragen auf als in den niederrheinischen Ebenen und oft sind es die Gegensätze, die auf sie wirken und aus der Reibung Neues entfachen.
Reduzierung auf den Anfang, nach dem sie sucht. Was bleibt, wenn alles Nutzlose geht. Wer wird sie sein, was wird sie sein wenn keine Hülle, keine Haut mehr schützt und die Welt draussen hält.
Themen entwachsen aus einer inneren oder äusseren Notwendigkeit, die verarbeitet werden will. Manchmal ist es nur eine Zeitungsnotiz einer schändlichen, gesellschaftlichen Ignoranz, die zur Malerei wird.

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